Schlagwort-Archiv: Anna-Lena Wenzel

atb# 122 Susi Rogenhofer | Thomas Bratzke & Anna-Lena Wenzel

An die Arbeit!
Eröffnung: Freitag 5. Juni 2026, ab 19 Uhr
Konzert: Sweet Susi & Manni Montana, 21 Uhr

Ausstellung: 6. Juni 2026 – 5. Juli 2026
Kuratiert von: Ina Wudtke, Kuration Filmprogramm: Ulrike Jordan
Geöffnet nach Voranmeldung:   
Eröffnung: Freitag 5. Juni 2026, ab 19 Uhr Konzert Sweet Susi & Manni Montana
Filmscreenings: Samstag 20. Juni 19 Uhr
Es kommt darauf an, sie zu verändern, Claudia von Alemann, BRD 1972/73, 54 min. OmeU und Freitag 3. Juli 2026, 19 Uhr Ekmek parası – Geld fürs Brot, Serap Berrakkarasu, BRD 1994, 102 min. OmeU
Finissage: Sonntag 5. Juli, 2026 15-18 Uhr, Zeitkapselversenkung & Konzert


Rund um die Uhr wird an den unterschiedlichsten Orten gearbeitet und produziert. Doch wer sind die Menschen, die diese Arbeit verrichten, die die Maschinerie des Kapitalismus benötigt, damit diese am Laufen bleibt? Die Ausstellung An die Arbeit! entwickelt einen visuellen Dialog zwischen den Werken der in Wien lebenden Künstlerin Susi Rogenhofer (aka Sweet Susi) und des gebürtigen Lichtenberger Künstlers Thomas Bratzke, der zusammen mit der Kulturwissenschaftlerin Anna-Lena Wenzel für die Ausstellung eine partizipatorische Collage aus Stimmen und Zeichnungen erstellen wird.

Susi Rogenhofers audiovisuelle Serie United Workers rückt Arbeitende ins Rampenlicht, macht diese sicht- und hörbar und zeigt sie in all ihren menschlichen Zügen. Seit 2021 erkundet Rogenhofer in Kollaboration mit dem Musiker Manni Montana mit Kamera und Audio-Recorder Produktions- und Arbeitswelten in verschiedenen Ländern – etwa in Österreich, Mexiko, Namibia – und nun auch im Dong Xuan Center in Lichtenberg. Das Zentrum ist das größte vietnamesische Handelszentrum Europas, in dem Vietnames:innen, die in der DDR-Zeit als Vertragsarbeiter:innen ins Land kamen, heute Geschäfte aller Art betreiben. Zur Eröffnung am Freitag den 5. Juni ab 19 Uhr werden Sweet Susi und Manni Montana ihre Ideen einer Arbeiter:innenmusik des 21. Jahrhunderts live präsentieren.

Thomas Bratzke stieß im Rahmen einer Recherche in der Sammlung des Deutschen Historischen Museums auf das Zeitkapsel-Exponat Schatztruhe für das Jahr 2000. Wie sich herausstellte hatten ehemalige Klassenkamerad:innen im Rahmen eines Arbeitsauftrages ca. 1989 in der 19. POS Robert-Uhrig (der heutigen Schule am Tierpark) Fotos, Briefe und Zeichnungen hergestellt und in einer Truhe deponiert, die wiederum auf dem Schulgelände vergraben wurde. Bratzke, der durch den Umzug seiner Familie in den Westen damals nicht an der Zeitkapsel beteiligt gewesen war, möchte dieses Experiment nun wiederholen. Er wird seine ehemaligen Mitschüler:innen sowie aktuell in Lichtenberg zurSchule gehende Jugendliche einladen an Schatzkiste Arbeit –  eine Zeitkapsel für das Jahr 2050“  mitzuwirken. Dabei treiben ihn und Anna -Lena Wenzel folgende Fragen um: wie hat sich das Verständnis von Arbeit, seit den Pionieraufträgen, die in der Schatzkiste versammelt sind, verändert? Das gesammelte und hergestellte Bild- und Textmaterial werden Bratzke/Wenzel in eine Wandarbeit überführen und anschließend in einer Zeitkapsel auf dem Grundstück von after the butcher vergraben.

Ein kleines Filmprogramm wird sich aus historischer Perspektive mit weiblicher und migrantisierter Arbeit auseinandersetzen.

Susi Rogenhofer (aka Sweet Susie *1971 in Wien) verbindet in ihrer Praxis Kunst und Musik. Mit dem Medium Film verhandelt sie in ihren Inszenierungen, Performances, und Installationen, die vorwiegend im öffentlichen Raum stattfinden und die u.a. für die Wiener Festwochen realisiert wurden, gesellschaftliche und ökologische Fragen. Darin gibt sie Einblicke in verschiedene Lebensrealitäten, wie z.B. jene von Arbeiter*innen, macht diese sicht- und hörbar um damit Öffentlichkeit für jene, die in der bestehenden Ordnung unterrepräsentiert sind zu schaffen. Ihre früheren Erfahrungen als Clubbetreiberin im Wiener Flex (1995-2007) und weltweit aktive DJ/ Elektronikmusikerin, beeinflussen bis heute ihre künstlerische Praxis.


Thomas Bratzke (aka ZASD *1977 in Berlin) ist Bildhauer, der seit den frühen 2000er Jahren mit einem erweiterten Skulpturbegriff arbeitet, der Raum, Körper, Zeichen und soziale Prozesse einbezieht. In Filmen und Installationen verarbeitet Bratzke autobiografische Erfahrungen aus seiner DDR-Kindheit.

Mit freundlicher Unterstützung von: