#atb 106, Patterns of Seeing and Not Seeing 

Patrik Thomas, Valério de Araújo Silva, Anna Scherbyna, Anna Sopova, Michalina Musielak & Aya Ganor, Dana Kavelina 

Sunday afternoon finissage 

May 26, from 3-6pm

at 5:00pm sharp live music intervention by Johann Bärenklau (drone/music concrète) 

open by appointment: mailto@after-the-butcher.de

or +49 178 3298 106 

Die Ausstellung ‚Patterns of Seeing and Not Seeing‘ präsentiert Arbeiten von Meisterschüler*innen der Klasse ‘Erweitertes Kino’/expanded cinema class an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB). Die Ausstellung umfasst Videoarbeiten, Installationen und Zeichnungen. In ihren Arbeiten setzen sich die Künstler*innen mit Fragen nach der Produktion von sichtbaren und unsichtbaren Mustern auseinander, die unser Sehen bestimmen. Wie können wir Bilder schaffen, die diese Muster in Frage stellen? Wie kann der Akt des Sehens von einem forschenden Blick in einen Blick des Widerstands verwandelt werden? 

Die Arbeiten diskutieren Selbstbilder und Formen der Emanzipation durch die Kameralinse, ein selbstorganisiertes Filmprojekt in Portugal oder den DDR-Blick in Tansania. Eine weitere Installation beschäftigt sich mit dem Sound der Überwachung, während ein anderes Video zeitgenössische Interpretationen des Nofretete-Bildes zum Thema hat. Private … utopische … politisierte … verkörperte & umgelenkte Muster. 

Patterns of Seeing and Not Seeing präsentiert Arbeiten von Patrik Thomas, Valério de Araújo Silva, Anna Scherbyna, Anna Sopova, Michalina Musielak & Aya Ganor, Dana Kavelina. Die Klasse für Erweitertes Kino wird von Prof. Clemens von Wedemeyer und Mareike Bernien, PhD, geleitet. Link: / http://excine.net/

after-the-butcher, Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst und soziale Fragen, Spittastr. 25, 10317 berlin

www.after-the-butcher.de – Mobil: +49 178 3298106

#105, Anike Joyce Sadiq . Thomas Locher

„Die Apartheid war legal. Der Holocaust war legal.

Die Sklaverei war legal. Kolonialismus war legal.

Legalität ist eine Frage der Macht, nicht der Gerechtigkeit.”

Jose Antonio Vargas

(aus Emila Roig, Why We Matter, Aufbau-Verlag 2021)

after the butcher, Ausstellungsraum für zeigenössische Kunst und soziale Fragen lädt herzlich ein: zu einer Diskussionsveranstaltung mit 

Kerstin Stakemeier, Anike Joyce Sadiq, Thomas Locher und Helmut Draxler

Die Diskussion findet statt im Rahmen unserer aktuellen Ausstellung von Anike Joyce Sadiq und Thomas Locher. 

Die Arbeiten beider Künstler*innen verhandeln elementare Fragen des Rechts – Anike Joyce Sadiq im Kontext des deutschen Kolonialismus, Thomas Locher im Zusammenhang des Krieges und der Frage ob Soldaten als potentielle Mörder bezeichnet werden dürfen. 

Beide Arbeiten sind in politisch polarisierten Zeiten hochaktuell. Sie erarbeiten einen konkreten Begriff davon, dass das Recht ein elementarer Pfeiler der Macht des Staates darstellt. Und sie verdeutlichen, dass dieser Pfeiler nicht statisch ist, sondern in ständiger Bewegung und Entwicklung: was Recht und Unrecht ist,  ist eine Frage der Machtverhältnisse zwischen uns, den Kräften der Gesellschaft und den Kräften des Staates.

Die Ausstellung ist geöffnet Sonntag 7. April von 15-18 Uhr

Die Diskussion beginnt um 16 Uhr

Ausstellung: 2. März – 7. April 2024

geöffnet nach Voranmeldung: +49178 3298106

oder mailto@after-the-butcher.de

#103. Kabeltomate und Tränenreinette (vonfürmit)

Ute Waldhausen und Jan Molzberger 

Finissage: Sonntag, 14. Januar – 15-18 Uhr

17:00 Konzert mit Robert Schalinski, Ute Waldhausen und einigen Stimmen


Ausstellung: 9. Dezember 2023 – 14. Januar 2024 

geöffnet nach Voranmeldung: mailto@after-the-butcher.de

oder: +49 178 32 98 106

Fragen an die Autonomie im Jahre 24.000

Wir sind im Paradies. 

In einem schwulen Paradies. Kein Trans-Körper mehr, der sich in der Theorie mit Ländern vergleicht.

Die Theorie gibt es nicht mehr, genauso wenig wie das, was mal Mensch genannt wurde. 

Das schwule Paradies braucht Eva nicht mehr. Der Apfel ist wieder ein Apfel, man kann ihn essen oder liegen lassen. 

Eva ist nun Baum, androider Baum, in ihrem Rückenmark Kabelstränge, die schon lange ihren Geist aufgegeben haben. 

Hier fließt nichts mehr, ihr Rücken ist auch kein Rücken, sondern offene Landschaft mit blauem Hintergrund. 

Alles Weibliche hat sich dort in signaltote Einzelheiten de-formiert. Ihr Rückenmark ist nun schwebendes Weltall.

Wir sind im Weltall. Im Universum ohne sexuelle Begebenheiten.

Eine Blubber fliegt vorbei, ein Rauchkörper, ein Rauschobjekt.

Ohne Interesse von Konsum.

In diesem Raum würden wir schweben, wenn es uns noch geben würde. 

Wir könnten nach dem Glaskörper greifen und inhalieren. 

Uns danach verdrehen.

Es gibt Objekte, die sind wie Kurzgeschichten, ohne Anfang und Ende. Sie können dystopisch wirken und dadurch immer deplatziert.

Deplatzierung ist eine elementare Frage an die Autonomie, ist sie doch selbst deplatziert in einem Verbund der Vergemeinschaftung. Innerhalb der menschlichen Schnüre.

Ob Äpfel um ihre Nachbarinnen am Baum wissen, spüren sie, wie sie sich in Form und Farbe entwickeln, den gegebenen Umständen hingeben? 

Beneiden sie die Birnen, sind sie autonom? Haben sie ein Ziel? 

Bemerken sie es, wenn man an ihnen vorbeiläuft, mögen sie es, wenn man sie sieht, aufsammelt, verspeist, kompostiert, fotografiert?

Äpfel fliegen durch das Weltall. Sie sind in keinster Weise verändert. Sie sind autonome Wesen, die nicht sprechen, aber sind. 

Sie fliegen, genauso, wie sie am Baum hingen, in einer Konstellation ohne den Baum.

Die Blubber kann nicht durch sie hindurchfliegen. 

Die Äpfelformation bildet einen autonomen Schutzschild. 

Sie bewegen sich gegen null, während das Einmachglas mit den Kabeln sich auf die eins bewegt. 

Raumbespielung. 

Das, was es zu sehen geben wird, wurde noch nie so zuvor gezeigt oder gesehen. 

Es ist einmalig und nur auf eine kurze Zeit begrenzt.

Gehen Sie hin, werden sie das Weltall erleben. 

Sie können fliegen, aber nur in ihrer Vorstellung. 

Sie werden sich durch einen Raum bewegen, der nicht existiert, 

der vorübergeht und vielleicht etwas berührt.

Sie werden etwas hören, sie werden Drehungen sehen und viel installierten Stillstand, durch den sich mal was bewegt hat.

Es ist ein Museum in einem schwulen Weltall. In dem es noch fliegende Äpfel gibt und Kommentare an der Wand. 

Menschen tun Dinge, Menschen deren Namen drei Buchstaben haben. Sie teilen diese Buchstaben nicht. Jeder hat einen anderen. 

Es gibt ein A, ein E, ein J, ein U, ein N und ein T wie teuer, nachdenklich, umständlich, jauchzend, extrem und anders. 

Alle Buchstaben sind schon etwas älter und haben Entscheidungen getroffen und sind sich doch immer wieder ihrer nicht ganz bewusst.

Sie gehen sehr viel und sind sehr gerne dabei. Sie sehen sehr gerne beim Gehen.

Sie sammeln beim Sehen im Gehen. Sie sind gerne bei sich. 

Sie sind autonom. So auch das, was der Raum uns gibt.

Form und Leben. 

Als Antwort von Autonomie im 24. Jahrtausend.

(pour Jacques)

Text: Nine Budde

atb#102: Along the Archive, Against the Grain

Opening Friday December 1 from 7pm

Exhibition is open on Saturday DEC. 2 and Sunday DEC. 3 from 3-8pm

Featuring: Fadi Aljabour, Sana Al Kurdi, Auge, Vincent Carter, Elsa Estrella, Zach Hart, Agata Hörttrich, Emma Hutton, Freja Lassen, Lilly Merck, Raphaëlle Red and Paloma Schnitzer

along the Archive, against the Grain

Can an archive be multiple, messy or intangible? In this exhibition, it’s in the water, the tree branch, the spatial matter. Archiving happens in sound, or silence, inside and outside our bodies. It speaks of violence, of surveillance or of resilience. And rather than claiming objective truths, the show asks what an embodied, or sensitive, approach to the practice of archiving might look like.

Each of the works activates the archive in a different way. Like chemicals, archives take on meaning in communication; at least they require excavating, being brought to light. In this sense, along the Archive, against the Grain explores individual relationships to the archive as a site of study, memory and resistance.

The exhibition arises from a collective inquiry carried out during the seminar “FILMS, ARCHIVES + IMAGINATIONS. Filmic Research in Collaboration” by Anna Lauenstein and Leon Vatter at Studium Generale, University of the Arts Berlin.

along the Archive, against the Grain presents works by Fadi Aljabour, Sana Al Kurdi, Auge, Vincent Carter, Elsa Estrella, Zach Hart, Agata Hörttrich, Emma Hutton, Freja Lassen, Lilly Merck, Raphaëlle Red and Paloma Schnitzer.

Tutors of the seminar: Lena Kocutar + Teresa Hoffmann

The seminar was supported by „Freiraum 2022/23 – Stiftung Innovation in der Hochschullehre”

Thanks to Flóra Tálasi (Studium Generale, UdK)

atb#101 Nadja Abt & Charlotte Bonjour

Eröffnung: 27. Oktober 2023 ab 19 Uhr

Ausstellung: 28. Oktober bis 26. November 2023

geöffnet nach Voranmeldung unter: 0178 3298106

oder: mailto@after-the-butcher.de

In ihrer Duo-Ausstellung präsentieren Charlotte Bonjour und Nadja Abt Arbeiten aus den letzten 2 Jahren. Beide Künstlerinnen gehen von Geschichten aus, die als Material für Collagen verwendet werden: In Charlotte Bonjours Arbeiten folgen wir von Ängsten geplagten Handys in ein surreales Universum. In den in Portugal entstandenen Arbeiten Nadja Abts kämpft eine Seefrau gegen die sie umgebenden patriarchalen Systeme.

Finissage

after the butcher – Ausstellungsraum für zeitgenössiche Kunst und soziale Fragen lädt herzlich ein zur Finissage der Ausstellung:

Was sind alle Kornblumen der Welt gegen eine Berliner Blaufabrik?

Johanna und Helmut Kandl

Sonntag, 22. Oktober, 15-19 Uhr,
Vortrag ab 17 Uhr „Natrium-Ionen-Batterien, schaltbare Gläser und moderne Medizintechnik: Was Berliner Blau noch so alles kann!” von Dr. Alexander Kraft, Chemiker  und Chemiehistoriker, mit anschließender Diskussion 

Kontakt: 0178 3298 107, oder: mailto@after-the-butcher.de

atb#99, romain löser & wendelien van oldenborgh

Eröffnung: Freitag 18. August ab 19 Uhr

Ausstellung: 19. August bis 17. September

geöffnet nach vorheriger Anmeldung: mailto@after-the-butcher.de

oder +49 178 3298 106

Diese Ausstellung führt zwei künstlerische Stimmen in dem Versuch zusammen, klar bestehende formale und inhaltliche Differenzen weder in den Vordergrund zu rücken noch sie zu leugnen. Romain Loeser und Wendelien van Oldenborgh gehören unterschiedlichen Generationen an, und wenn es um die Vermessung möglicher Harmonien oder Dissonanzen zwischen ihren künstlerischen Praktiken geht, lässt sich leicht feststellen, dass beide meist in unterschiedlichen Medien arbeiten, mit je eigenen Themen, Techniken und Öffentlichkeitsvorstellungen. Dennoch zeigt ihr gemeinsamer Auftritt bei after the butcher nicht etwa nur vage berufliche Sympathien oder Interessen. Wer sich den hier in räumlicher Verschränkung gezeigten Arbeiten beider Künstler*innen ernsthaft nähert, kann eine Vergleichbarkeit darin erkennen, mit welchen Bewegungen sie die scharfen Komplexitäten in den jeweils von ihnen vermittelten Widersprüchen behandeln.

Zur Ausstellung ist ein Text von Clemens Krümmel erschienen:

Während der Eröffnung am 18. August performte Lina Campanella den Text von Clemens Krümmel, sie produzierte Hiphop und Gabber Beats, die auf van Oldenborghs Film und die Kontraste und Vielstimmigkeit der Arbeiten beider Künstler*innen referieren.

atb#98 ENCORE UN EFFORT _2023_ AN EFFORT AGAIN

Katharina Karrenberg und Olivier Guesselé-Garai


Eröffnung: 23. Juni 2023 ab 19 Uhr

20 Uhr, Performance von Katharina Karrenberg 

Ausstellung verlängert bis 13. August 2023

Finissage: Sonntag, 13. August von 15-18 Uhr,

ab 17 Uhr Performance THANKS … because … 2. Teil von Katharina Karrenberg

geöffnet nach Voranmeldung: mailto@after-the-butcher.de 

oder: 0178 3298 106

Die Ausstellung ENCORE UN EFFORT _2023_ AN EFFORT AGAIN  von Katharina Karrenberg und Olivier Guesselé-Garai versammelt verschiedene Exponate aus den laufenden künstlerischen Prozessen der beiden Künstler. 

Katharina Karrenbergs Arbeit setzt sich dabei vertieft auseinander mit Ausprägungen struktureller und gesellschaftlicher Gewalt. Sie reflektiert  diese Gewaltstrukturen als grundlegende Bedingung der aktuellen, kapitalistischen Macht, sowohl der multinationalen Konzerne als auch der staatlichen Machtapparate wie Militär, Polizei und Geheimdienste…, sie tarnen sich, sind permanent anwesend, dennoch oft unsichtbar, werden biopolitisch aufrecht erhalten, dann doch wieder sichtbar an ihren Verkleidungen, Uniformen und verkörpern „die staatlich sanktionierte, gruppendifferenzierte Anfälligkeit für einen vorzeitigen Tod” (nach Ruth Wilson Gilmores). 

Gewaltstrukturen liegen nicht irgendwo unerreichbar und unwandelbar herum, sondern greifen aktiv in unseren täglichen Umgang mit Menschen, Tieren und Dingen ein und sind damit auch aktiv veränderbar. Katharina Karrenberg entwickelt mit ihren Arbeiten eine radikale Kritik an diesen allgegenwärtigen Gewaltverhältnissen, an verschiedenen ––[un]sichtbaren, verschwiegenen aber auch performativen Zugängen und Ausformungen der Repression und offenen Todesgewalt. Die Exponate reflektieren gleichzeitig ihre gegenseitige Andersheit–– ihre Abstraktion, ihre Konkretion und ihre je spezifischen Materialien, in denen die lebensfeindliche Kälte neo-kapitalistischer Verhältnisse fassbar werden.

Olivier Guesselé-Garai entwicklelt eine sehr persönliche künstlerische Sprache, in der soziale Fragen subtil verhandelt werden. Er untersucht einen Alltagsgegenstand wie den Kühlschrank, indem er ihn zerlegt und neu zusammensetzt, er befragt seine Funktion und strukturellen Qualitäten und entdeckt dabei abstrakte Teile und Formen, die zuvor sozusagen versteckt waren. Es ist ein spielerischer Vorgang und gleichzeitig begreift Olivier Guesselé-Garai die künstlerische Arbeit auch als eine Form des Widerstands, in dem die Bestätigung des Seins durch das Bewusstsein und seine stille Kraft Poesie, Freude und Liebe einsetzt, um uns gemeinsam und besonders in der Andersartigkeit zu einer Reflektion über unsere Welt einzuladen.

Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst und soziale Fragen