atb#125 In Solidarity With You, All Of You, One By One, Beloved Multitudes of Gaza

Das Kommunistische Museum Palästinas + Joshua Schwebel

Freitag, 23. Oktober, ab 19:00 Uhr

Landkarte von Palästina, erstellt unter Verwendung von Kartografien der Deutschen Luftwaffe seit 1916 (Courtesy Joshua Schwebe)

Ausstellung: 24. Oktober – 22. November 2026Öffnungszeiten nach Vereinbarung: +49 178 3298 106 oder
after-the-butcher freut sich, die Ausstellung In Solidarity With You, All Of You, One By One, Beloved Multitudes of Gaza zu eröffnen.Seit nunmehr drei Jahren werden wir mit Nachrichten und Bildern einer ununterbrochenen Zerstörung konfrontiert. Wir betrachten diese systematische Auslöschung Gazas vor unseren Augen als historischen Einschnitt und zugleich als Fortsetzung einer Politik der illegalen Besatzung und Vertreibung, die seit vielen Jahrzehnten andauert: die Nakba – die palästinensische Katastrophe, die Hunderttausende zu entwurzelten Flüchtlingen machte.
Jede deutsche Regierung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist durch ein unzerbrechliches politisch-militärisches Bündnis mit Israel tief in diese gewalttätige Politik verstrickt, wobei Israel ausschließlich als jüdischer Zufluchtsort und sozusagen als Inbegriff einer ultimativen Anti-Holocaust-Einrichtung dargestellt wird, ohne die verheerenden sozialen und politischen Verwerfungen zu berücksichtigen, die es in Palästina, im nahöstlichen Raum und für das weltweite Judentum verursacht.
Als Künstler*innen, die hier im Nachfolgestaat des NS-Faschismus leben und arbeiten, tragen wir eine große Verantwortung. Wir möchten dieser Verantwortung gerecht werden, indem wir eine sensible und zugleich entschlossene Haltung gegen alle lebenszerstörenden Politiken einnehmen und denjenigen Raum und eine Stimme geben, die marginalisiert werden und für ihre–

unsere Befreiung kämpfen.
Joshua Schwebels künstlerischer Beitrag besteht aus zwei miteinander verbundenen Elementen. Eine Bodeninstallation verhandelt das militärische Engagement Deutschlands bei der Kolonialisierung Palästinas seit Beginn des 20. Jahrhunderts und bettet Luftüberwachungsbilder, die 1917 von der deutschen Luftwaffe aufgenommen wurden, direkt in den Boden des Raums ein. Ein Soundpiece gibt Auszüge aus einem Gespräch zwischen Schwebel und Thomas Kilpper wider, das Perspektiven und Positionen zu Palästina aus Berliner Sicht reflektiert, wo jüdische und palästinensische Subjektivitäten von Deutschland unterschiedlich instrumentalisiert werden, um sich nicht mit der eigenen Mitschuld an Kriegsverbrechen, Völkermord und der Kriminalisierung der Palästina-Solidaritätsbewegung auseinandersetzen zu müssen.
Parallel dazu beherbergt after-the-butcher das Kommunistische Museum Palästinas, ein Museum, das im Sinne anarchistischer, abolitionistischer, feministischer und antikolonialer Ethik neu gedacht wird. 

Indem es an unseren alltäglichen Kommunismus appelliert, zielt es darauf ab, zu einer kulturellen Wiederbelebung beizutragen, die vom lebensbejahenden Widerstand in Palästina inspiriert ist, sowie zur Überwindung der Kulturen der Hierarchie und Herrschaft, der Massenvernichtung, der Straflosigkeit und des Völkermords. Für diese Ausgabe lädt das Museum alle Künstler*innen ein, ihre Solidarität mit einem freien Palästina zu bekunden, indem sie kleine künstlerische Beiträge beitragen, die gesammelt und in der Galerie ausgestellt werden. Diese Beiträge sowie die gesamte Sammlung des Museums sollen ihren Weg in Haushalte, kulturelle und soziale Räume in Palästina finden.
Der Titel dieser Museumsausstellung lautet „The Unavowable Holocaust“ und stammt von einem Text der Anti-Denialist Coalition ab, der von Dabartis im Rahmen von d-0 د٠ veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich um eine Aufforderung, sich gemeinschaftsübergreifend von allen Formen und Institutionen zu distanzieren und diese abzuschaffen, die der anhaltenden Nakba verpflichtet sind.
Den Aufruf des Museums und weitere relevante Materialien findet Ihr hier: https://communistmuseum.org/berlin
Ausgaben von „The Unavowable Holocaust“ werden sowohl in der Galerie als auch digital hier erhältlich sein:https://d-0.org/pub/d-0-adc-unavowable-holocaust.pdf
Wenn Ihr Fragen habt oder Euch beteiligen möchtet, wendet Euch bitte hier an das Museum: berlin [at] communistmuseum.org